ON EQUAL TERMS II
Charlotte Triebus, Astrid Klein und Rudolf Bonvie,
Albrecht Schäfer, Warren Neidich, David Zink Yi,
Johanna Reich, Radenko Milak, Mirjam Baker

Feb 7, 2020 – Apr 8, 2020

| DE

Alles ist Wechselwirkung.”
(Alexander von Humboldt, Reisetagebuch 1803)

Wir leben in einer Welt des Umbruchs. In dem dramatisch beschleunigten Prozess von Digitalisierung und Globalisierung lösen sich bekannte Strukturen auf. Polaritäten zersplittern in komplexe Diversitäten, hierarchische Ordnungen zerfallen und verschmelzen zu einem gleichberechtigten, vernetzten Nebeneinander.

Wie können wir diese neue Welt verstehen, die mit unseren alten Denkkonzepten nicht mehr zu fassen ist? Um welche Fragestellungen geht es jetzt, und welche Denkmodelle können uns helfen, Antworten zu finden? Entdecken wir sie vielleicht in der Kunst? Schließlich haben Künstlerinnen und Künstler schon immer wie Seismografen auf die Herausforderungen radikaler Umbruchszeiten reagiert und alternative Visionen entwickelt.

Eine der drängendsten Fragen der Gegenwart ist die Debatte um Diversität, Gleichheit und Gerechtigkeit. Sie beschäftigt Soziologen und Politiker ebenso wie Philosophen und Ökonomen – und natürlich auch die Künstler. Wobei in der Kunst das Denken in Polaritäten vielfach bereits überwunden und ein gleichberechtigtes Nebeneinander oft selbstverständlich ist.

Strukturen der Zukunft brauchen Offenheit und Flexibilität. Diesen Prinzipien entsprechen auch die Ausstellungen bei PRISKA PASQUER, die sich meist über einen längeren Zeitraum mit einem Thema beschäftigen. Verstanden als Prozess und nicht als Setzung, stellen sie keine Behauptungen auf, sondern stellen Fragen. Die gezeigten Kunstwerke eröffnen Denk- und Diskussionsräume. Gerade in der wiederholten Auseinandersetzung entwickelt sich dabei oft Neues. Die Ausstellungen werden daher bewusst über einen längeren Zeitraum präsentiert.

In der Ausstellungsreihe „ON EQUAL TERMS“ versammelt PRISKA PASQUER künstlerische Arbeiten und Projekte, die sich mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen. In der bewussten Zusammenschau von Werken verschiedenster Medien wie Video, Skulptur, Malerei, Zeichnung, Performance, Fotografie oder digitaler Kunst wird diesem Ansatz bereits auf formaler Ebene Rechnung getragen.

„ON EQUAL TERMS“ präsentiert Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die das gleichberechtigte Nebeneinander und neue Gemeinschaftsgefühl in unserer global vernetzten Welt experimentell erkunden. Dabei gehen sie ungewöhnliche Wege wie der Querdenker Alexander von Humboldt, der mit seinen weltweiten Forschungsreisen und Kontakten bereits Anfang des 19. Jahrhunderts in einer globalisierten Welt gelebt und ganzheitlich gedacht hat.

Die Ausstellung knüpft an die dreiteilige Reihe „RESET“ (2015-2017) an, in der es um die künstlerische Reflexion der weitreichenden Entwicklungen des digitalen Zeitalters ging. Unter dem Motto „Art in a Changing World“ zeigte PRISKA PASQUER aktuelle Gegenwartskunst in der Auseinandersetzung mit der Moderne, dem Bauhaus, dem italienischen Futurismus sowie virtuellen Räumen vor dem Hintergrund des digitalen Zeitalters.

Die Ausstellungsreihe „ON EQUAL TERMS“ geht nun einen Schritt weiter und untersucht, wie Künstler heute vorurteilsfrei in neuen Zusammenhängen denken, wie sie mit vernetzten Kommunikationsmodellen umgehen und Gleichberechtigung mit Diversität in Einklang bringen. In einer Welt, in der sich tradierte Verhältnisse und Vorstellungen im Strudel neuer Techniken und Erkenntnisse auflösen, können Künstler die richtigen Fragen stellen und uns mit Dingen konfrontieren, die wir vielleicht noch gar nicht verstehen, aber vielleicht irgendwann verstehen werden.

CHARLOTTE TRIEBUS
Geb. 1988, lebt und arbeitet in Köln

Is a rose, 2019
Installative Performance von neun hängenden Pflanzen, Trackingsystem, LED-Monitor

CHARLOTTE TRIEBUS arbeitet als Performancekünstlerin und multidisziplinäre Art Direktorin. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Untersuchung des Potenzials der Schnittstellen von Kunst, Tanz und Technologie. Im Jahr 2018 gründete sie die New Human Body Society.

In ihrer Mixed-Media-Installation „is a rose“ verarbeitet CHARLOTTE TRIEBUS romantisch verklärte Vorstellungen von Überwachung und die innerhalb der Soziologie kontrovers diskutierte Frage, inwiefern Handlungskompetenz – über den Menschen hinausgehend – auch anderen Lebewesen sowie unbelebten Objekten zugeschrieben werden kann.

Die Installation besteht aus neun hängenden Pflanzen, deren Wurzeln in einem Ball aus Moos wachsen, sowie einem Trackingsystem und einem LED-Monitor. Die Pflanzen registrieren die Bewegung der Besucher*innen über ihren Blattbestand. Ein Monitor erfasst diese seismografischen Eindrücke der Pflanzen und moduliert daraus in Echtzeit eine als Rastergrafik dargestellte, sich um die eigene Achse drehende Sphäre.

ASTRID KLEIN und RUDOLF BONVIE
Astrid Klein, geb. 1951 in Köln, lebt und arbeitet in Köln

Astrid Klein studierte an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. 1986 nahm sie an der Biennale in Venedig teil und war Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Sie erhielt zahlreiche Preise, darunter der Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste und der KUNSTKÖLN-Preis (heute Cologne-Fine-Art-Preis).

Rudolf Bonvie, geb. 1947 in Hoffnungsthal, lebt und arbeitet in Köln und Frankreich
Rudolf Bonvie studierte an den Kölner Werkschulen und an der Philosophischen Fakultät der Universität Köln. Sein fotografisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und international ausgestellt.

Fremd (in 8 Teilen), 1994
Fotografie, Spiegel, Acryl auf Glas

ASTRID KLEIN arbeitet in unterschiedlichen Medien und Techniken (Fotografie, Neon, Installation, Skulptur). Bekannt ist sie vor allem für ihre großformatigen Fotocollagen, in denen sie sich mit Bildklischees und Wahrnehmungsprägungen befasst. Eine wichtige Konstante in ihrem Werk ist die Schrift.

RUDOLF BONVIE gilt als einer der ersten Medienkünstler Deutschlands, der in vielen seiner Werke die Funktion und Wirkung von Kommunikation durch Bilder thematisiert. In seinem vielgestaltigen Œuvre verbindet er gesellschaftliche und fototheoretische Fragestellungen.

In der 1994 entstandenen Gemeinschaftsarbeit „fremd“ untersuchen ASTRID KLEIN und RUDOLF BONVIE das Thema des Fremden in seiner umfassenden, existenziellen Bedeutung. Es geht darin nicht nur um den „Anderen“, sondern ebenso um Selbsterkenntnis und Identifikation.

fremd“ besteht aus acht hochformatigen Spiegeln, deren Spiegelschicht teilweise abgeschliffen wurde. Jedes der „Bilder“ ist aus den gleichen Elementen komponiert: Streifen, die in unterschiedlicher Proportion und Abfolge angeordnet sind und damit acht Varianten eines Grundmusters ergeben. Dominierendes Element ist ein Schriftband, das in verschiedenen Sprachen und unterschiedlicher fotografischer Gestaltung das Wort „fremd“ wiedergibt. Die Buchstaben sind unscharf, teilweise stark verwischt – und sie sind in Spiegelschrift gesetzt.

Mit ihren mal geschwärzten, mal transparenten oder verspiegelten Partien sowie der verdrehten Typografie und Vielsprachigkeit fordern diese „Spiegelbilder“ den Betrachter heraus, den gesellschaftlich wie persönlich virulenten Begriff des „Fremden“ neu zu untersuchen.

ALBRECHT SCHÄFER
Geb. 1967 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Berlin

Albrecht Schäfer studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, am Chelsea College of Art an Design, London, sowie an der Akademie der Bildenden Künste München.

Le Monde, 2 Juillet 2019, 2019
Zeitungspapier (eine Ausgabe der Zeitung „Le Monde“)

Minimale Eingriffe und reduzierte Mittel kennzeichnen das Werk von ALBRECHT SCHÄFER. Mit einem feinen Gespür für die Dinge erkundet er deren innere Logik und das ästhetische Potenzial ihrer Materialien und setzt dabei übliche Gebrauchsmuster außer Kraft. Dabei geht es ihm nicht um eine Inbesitznahme von „Alltagsgegenständen“ durch die Kunst und er will auch nicht provozieren. SCHÄFER betrachtet die Dinge vielmehr mit Aufmerksamkeit, Respekt und Neugier.

Zu den Dingen, mit denen sich ALBRECHT SCHÄFER immer wieder beschäftigt, gehören Tageszeitungen: „Parallel zum Lesen der konkreten Inhalte lese ich die Zeitung selbst, als Medium oder Material. Und ich lese sie im ursprünglichen Sinn von auflesen oder auswählen – also ich lese nicht im Sinne von semantischer Wahrnehmung der Zeichen, sondern im Sinne von Auswählen bestimmter Eigenschaften oder Ebenen, die ich sichtbar machen möchte.“ So hat er beispielsweise eine Ausgabe der französischen Tageszeitung „Le Monde“ in kleine Stücke zerschnitten und sie mit Kleister zu einer runden (Welt-)Kugel geformt.

WARREN NEIDICH
Geb. 1958 in New York, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles

Warren Neidich studierte Fotografie, Video und kognitive Neurowissenschaften, Medizin sowie Architektur. Er war Professor an der Kunsthochschule Weißensee in Berlin und Gastwissenschaftler am Otis College für Kunst und Design in Los Angeles. Neidich ist Gründungsdirektor des Saas-Fee Summer Institute of Art.

#Pizzagate – From Rumor to Delusion, 2017-2019
Video

Als Autor, Kunsttheoretiker und interdisziplinärer postkonzeptueller Künstler beschäftigt sich WARREN NEIDICH mit der Frage, wie die digitalen Möglichkeiten unsere Gewohnheiten, Wahrnehmungen und Vorstellungen verändern. Seine Untersuchungen bewegen sich im künstlerischen Forschungsfeld der Neuroästhetik, in dem Sinneseindrücke, Wahrnehmung und Bewusstsein mithilfe von Techniken, Methoden, Geräten, Kritiken und der Geschichte von künstlerischer Produktion erforscht werden.

„Pizzagate“ war die gefälschte Nachricht, die am Ende der US-Präsidentschaftskampagne 2016 verbreitet wurde und Hillary Clinton und ihren Mitarbeitern vorwarf, einen Sexsklavenring aus dem Keller des Comet Ping Pong-Pizzasalons in Washington DC heraus zu leiten. In seiner filmischen Nacherzählung der Ereignisse rund um „Pizzagate“ analysiert WARREN NEIDICH die Dynamiken und Mechanismen postfaktischer Nachrichten. Dazu verwendet er nichtlineare Desktop-Videobearbeitungstechniken.

Für „#Pizzagate – From Rumor to Delusion“ hat NEIDICH Internet-Downloads aus einer Vielzahl von Quellen wie Newsfeeds, Talkshows, rechtsgerichteten Websites mit aktuellem Filmmaterial zusammengeschnitten, das er mit speziellen Spionagekameras in besagtem Restaurant aufgenommen hat. Der Laptop-Bildschirm dient dabei als grafisches Interface, auf dem die unterschiedlichsten Informations-Fenster umeinander wirbeln. Damit imitiert NEIDICH die verschlungenen und disruptiven Formen der Visualität, auf denen unser Weltbild im digitalen Zeitalter zunehmend basiert.

DAVID ZINK YI
Geb. 1973 in Lima, Peru, lebt und arbeitet in Berlin

David Zink Yi studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Universität der Künste, Berlin.

Rechts, Links, Vorne, Hinten, 2018
Keramik, glasiert, fünf Elemente

Das Werk von DAVID ZINK YI kreist um die Themen Schöpfung, Manifestation und Identitätskonstruktion. Im Alter von 16 Jahren verließ der Künstler seine Heimat Peru und reiste nach Deutschland. Inspiriert von seinen hier gemachten Erfahrungen begann er, die komplexen Aspekte von Identitätskonstruktion zu hinterfragen. Seine multidisziplinäre Praxis umfasst Installationen aus den Bereichen Film, Fotografie, Skulptur, Performance, Keramik und Mehrkanal-Video.

Zu den Konstanten Motiven im Œuvre von DAVID ZINK YI gehören Kopffüßer und Tintenfische. Aus unterschiedlichen Materialien formt er mehrfach vergrößerte Oktopusse oder lebensgroße Riesenkalmaren. Hoch intelligent, aber physisch dem Menschen völlig unähnlich, gelten diese Tiere als Antipoden des Menschlichen. Für DAVID ZINK YI sind sie Abbild des Fremden per se.

JOHANNA REICH
Geb. 1977 in Minden, lebt und arbeitet in Köln

Johanna Reich studierte an der Kunstakademie Münster bei Andreas Köpnick, Paul Isenrath und Guillaume Bijl, an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Gerd Roscher und Wim Wenders sowie an der Kunsthochschule für Medien Köln bei Mischa Kuball, Jürgen Klauke und Matthias Müller.

The Ethics of Coding – Famous Artworks censored by Facebook, 2011-2019,
Tinte auf Papier, Video

Die Medienkünstlerin JOHANNA REICH beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit der Frage nach dem Verhältnis von Realität, Bild und Abbild und untersucht den Einfluss neuer Medien auf unsere Wahrnehmung und unser Denken und Handeln. Ihre künstlerische Praxis umfasst Video, Medienkunst, Malerei, Skulptur und Performance.

In ihrem Projekt „The Ethics of Coding – Famous Artworks censored by Facebook” untersucht JOHANNA REICH die Rolle der Zensur in sozialen Netzwerken. Diese wirft viele Fragen zur Ethik der Codierung auf: Soziale Netzwerke bilden unsere Gesellschaft und daher sind Werte wie Transparenz und Datenhoheit sowie das Verständnis der zugrunde liegenden algorithmischen Verfahren unerlässlich.

Facebook hat in den letzten Jahren zahllose kunsthistorische Aktdarstellungen aufgrund der Darstellung von Nacktheit zensiert. Der Grund: Der ursprünglich für die Erkennung von Pornographie programmierte Algorithmus unterscheidet nicht zwischen pornographischer, künstlerischer oder dokumentarischer Darstellung von Nacktheit. In Folge wurden Kunstwerke wie die Venus von Willendorf, Gemälde von Rubens, Courbet, Goya oder Tizian oder auch die Statue der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen ebenso zensiert wie kinderpornographische Darstellungen. In ihrer Videoperformance produziert JOHANNA REICH Tuschezeichnungen, auf denen sie die zensierten Partien berühmter kunsthistorischer Aktdarstellungen markiert.

RADENKO MILAK
Geb. 1980 in Travnik, Bosnien

Radenko Milak studierte an der Kunsthochschule in Belgrad, Serbien. 2014 präsentierte die Kunsthalle Darmstadt seine erste große Einzelausstellung in Deutschland, 2016 bespielte er auf der Biennale Venedig den Pavillon von Bosnien-Herzegowina.

Panel, 2019
Gruppe aus einzeln gerahmten Aquarellen

In seinen Gemälden und Animationsfilmen, meist in Aquarelltechnik mit schwarzem Pigment realisiert, analysiert RADENKO MILAK die Rolle der zeitgenössischen Bildproduktion bei der Herausbildung unseres historischen und kulturellen Gedächtnisses. Das malerische Werk des bosnischen Künstlers kreist um Fragen der Fixierung und Speicherung des Visuellen sowohl in der persönlichen Erinnerung als auch in der medialen Präsentation durch Film und Foto.

Die hier zu einer Gruppe zusammengestellten Motive thematisieren die Eroberung der Welt und des Weltraums durch den Menschen. Nach einer ersten Aneignung über das Sehen (Camera Obscura, Observatorien) erfolgte die sukzessive Eroberung des Luftraums (Luftschiffe, Flugzeuge), bevor der Mensch schließlich mit unbemannter und bemannter Raumfahrt in den Weltraum vordrang.

Als Vorlage für seine schwarz-weißen Aquarelle wählte RADENKO MILAK ikonische Aufnahmen wie Graf Zeppelins Flug über die Pyramiden von Gizeh (1931), den Start des unbemannten Testflugs Mercury-Atlas 4 (1961) oder das als „fliegende Untertasse“ bekannte Avrocar im NASA Ames Research Center (1961). Die Serie kulminiert in der Wiedergabe eines Selfies auf dem Mars, aufgenommen vom NASA-Marsrover am 23. Januar 2018.

MIRJAM BAKER
Geb. 1985 in Melk, Österreich, lebt und arbeitet in Köln

Mirjam Baker erwarb den Master of Arts in Animation am Royal College of Art, London.
Staub, 2019

Kurzfilm auf Wandmonitor

MIRJAM BAKER ist Künstlerin und Filmemacherin. Für ihre Animationsfilme wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Ihr neuer, 13-minütiger Film „Staub“ basiert auf knapp 200 Pastellzeichnungen. BAKER erstellte die monochromen Arbeiten mit neuartigen, hochfeinen Pastellfarben, die äußerst nuancierte Farbwirkungen ermöglichen. Die so entstandenen Pastelle verblüffen durch ihre enorme Dichte und Raumtiefe.

In der filmischen Abfolge verdichten sich diese Einzelbilder zu pulsierenden Farbräumen, die Raum- und Zeitverhältnisse in eine andere Dimension tragen. Es entsteht ein „Farbfilm“ im wahrsten Sinne des Wortes. Der mit der Bassflötistin Angelika Sheridan erarbeitete Soundtrack korrespondiert als lebendige Monotonie mit der bewegten Monochromie dieser Farbräume.

| EN

“Everything is interaction and reciprocal.”
(Alexander von Humboldt, travel diary 1803)

We live in a changing world. The breakneck speed of digitalisation and globalisation processes is putting paid to familiar structures. Polarities fragment into complex diversities, while hierarchical orders crumble, only to meld into a networked coexistence on an equal footing.

How can we understand this new world, which is now beyond the grasp of our old way of thinking? What questions are being asked now and what hypotheses can help us to find answers? Maybe art has the answers? After all, artists have always been the seismographs of society, responding to the challenges of radically changing times and developing alternative visions.

One of the most hotly debated present-day questions is that of diversity, equality and justice. Sociologists and politicians explore this question, as do philosophers, economists and – needless to say – artists. In art, of course, polarised thinking has already been largely transcended and coexistence on equal terms is often axiomatic.

Future structures need openness and flexibility. The exhibitions at PRISKA PASQUER also correspond with these principles, as for most part they devote themselves to a single theme over a longer period of time. Seen as a process rather than a statement, they make no claims, but ask questions instead. The artworks shown there open up new possibilities for thinking and discussion. Repeated exposure in particular often allows new ideas to develop.

In the exhibition series “ON EQUAL TERMS”, PRISKA PASQUER brings together artistic works and projects that address this thematic issue. The series of exhibitions already illustrates this on a formal level by consciously juxtaposing works of such diverse media as video, sculpture, painting, drawing, performance, photography or digital art.

“ON EQUAL TERMS” presents works by artists that experiment with the notion of equal status and of a new sense of community in our globally networked world. In doing so, they set off on roads less trodden like lateral thinker Alexander von Humboldt who, with his explorations and contacts around the world, already lived in a globalised world and thought in holistic terms back in the early 19th century.

In a way, the exhibition takes up where the three-part “RESET” (2015-2017) left off in that it deals with artistic reflection on the far-reaching developments of the digital age. Under the maxim “Art in a Changing World”, PRISKA PASQUER compared contemporary art with modernity, Bauhaus, Italian futurism and virtual spaces against the backdrop of the digital age.

“ON EQUAL TERMS” takes this one step further, examining how today’s artists are free to think in new correlations without being constricted by prejudice, how they deal with networked communication models and how they reconcile equality with diversity. In a world in which traditional ideas and outlooks are lost in the maelstrom of new technologies and discoveries, artists can ask the right questions and confront us with things that we might not understand at the time but may at some point in the future.

CHARLOTTE TRIEBUS
Born in 1988, lives and works in Cologne

Is a rose, 2019
Installation of nine hanging plants, tracking system, LED monitor

CHARLOTTE TRIEBUS works as a performance artist and multidisciplinary art director. The main focus of her work is on examining the potential of interfaces between art, dance and technology. In 2018, she founded the New Human Body Society.

In her mixed media installation “is a rose”, CHARLOTTE TRIEBUS addresses romanticised images of monitoring and the controversial question, much debated in sociological circles, as to whether authority to act can be given to non-human organisms and inanimate objects.

The installation consists of nine hanging plants, the roots of which are growing in a ball of moss, and of a tracking system and LED monitor. The plants register the movement of visitors through their leaves. A monitor records these seismographic impressions of the plants and, from these, modulates in real time a raster graphic depicting a sphere turning on its own axis.

ASTRID KLEIN and RUDOLF BONVIE
Astrid Klein, born in Cologne in 1951; lives and works in Cologne
Astrid Klein studied at the Fachhochschule für Kunst und Design in Cologne. In 1986, she took part in the Venice Biennale and taught at the Academy of Fine Arts in Leipzig. She has received many awards, including the Käthe Kollwitz Prize from the Akademie der Künste and the KUNSTKÖLN Award (now the Cologne Fine Art Award).

Rudolf Bonvie, born in Hoffnungsthal in 1947, lives and works in Cologne and France
Rudolf Bonvie studied at the Kölner Werkschulen art academies and at the Philosophy Faculty of Cologne University. His photographic works have been singled out for many awards and have been exhibited all over the world.

Fremd (in 8 parts), 1994
Photography, mirror, acryl on glass

ASTRID KLEIN works with a variety of media and techniques (photography, neon, installation, sculpture). Above all, she is known for her large-scale photo collages in which she tackles visual clichés and elements influencing perception. One important constant in her work is the written word.

RUDOLF BONVIE is regarded as one of Germany’s first media artists, one whose work explores the function and impact of communication with images. In his multifarious body of work, he combines social questions with aspects of photographic theory.

In their joint work, “fremd” (foreign) from 1994, ASTRID KLEIN and RUDOLF BONVIE examine the notion of foreignness and its extensive, existential meaning. It does not just focus on “others” but also on self-awareness and identification.

Fremd” consists of eight vertical-format mirrors, the reflective layer of which has been partly ground off. Each of the “images” is composed of the same elements: stripes arranged in various proportions and sequences, giving rise to eight variants of a basic pattern. The dominant element is a writing volume that reproduces the word “fremd” in various languages and photographic images. The letters are fuzzy – in some cases extremely blurred – and shown in mirror writing.

With some parts blackened, others transparent or mirrored, and with the distorted typography and multilingualism, these “reflected images” challenge us to re-examine the socially and personally virulent notion of “foreignness”.

ALBRECHT SCHÄFER
Born in Stuttgart in 1967, lives and works in Berlin
Albrecht Schäfer studied at the Braunschweig University of Art (HBK), at the Chelsea College of Art and Design, London, and at the Academy of Fine Arts in Munich.

Le Monde, 2 Juillet 2019, 2019
Newspaper (an edition of French newspaper “Le Monde”)

The work of ALBRECHT SCHÄFER is characterised by minimal intervention and reduced means. With a sure feel for objects, he explores their inner logic and the aesthetic potential of their materials while invalidating conventional usage patterns. He is not interested in appropriating “everyday objects” for art or in using his art for the purposes of provocation. Rather, SCHÄFER examines objects with attention, respect and curiosity.

Among the objects that ALBRECHT SCHÄFER regularly explores are daily newspapers: “Parallel to a simple reading of the newspaper’s content, I read the newspaper itself, as medium or material. And I read it in the original sense of the word as gathering or selecting – so I don’t read in the sense of a semantic deciphering of signs, but in the sense of selecting certain properties or levels that I want to make visible.” For instance, he cut an edition of French newspaper “Le Monde” into tiny pieces and used wallpaper paste to make it into a globe.

WARREN NEIDICH
Born in New York in 1958, lives and works in Berlin and Los Angeles
Warren Neidich studied photography, video and cognitive neurosciences, medicine and architecture. He taught at Berlin Weissensee School of Art and was a visiting academic at the Otis College of Art and Design in Los Angeles. Neidich is the founding director of the Saas-Fee Summer Institute of Art.

#Pizzagate – From Rumor to Delusion, 2017-2019
Video

As an author, art theoretician and interdisciplinary post-conceptual artist, WARREN NEIDICH examines how digital possibilities change our habits, perceptions and ideas. His exploratory work focuses on the neuroaesthetics field of artistic research, in which sensory impressions, perception and consciousness are examined with the aid of techniques, methods, devices, critiques and the history of artistic production.

“Pizzagate” was the fake news story that went viral at the end of the 2016 United States presidential election campaign, accusing Hillary Clinton and her staff of running a sex slave ring from the basement of the Comet Ping Pong pizza restaurant in Washington DC. In his film retelling the events, WARREN NEIDICH analyses the dynamics and mechanisms of post-truth news. To do so, he uses non-linear desktop video editing techniques.

For “#Pizzagate – From Rumor to Delusion”, NEIDICH compiled internet downloads from a wide cross-section of sources such as newsfeeds, talkshows and right-wing websites and cut them together with current film material recorded in the restaurant in question using special spy cameras. Here, the laptop screen serves as a graphic interface upon which all kinds of information windows whirl around one another. In this way, NEIDICH imitates the tortuous and disruptive forms of visuality upon which our view of the world is increasingly based in the digital age.

DAVID ZINK YI
Born in Lima, Peru, in 1973; lives and works in Berlin
David Zink Yi studied at the Academy of Fine Arts in Munich and at Berlin University of the Arts (UdK).

Rechts, Links, Vorne, Hinten, 2018
Ceramic, glazed, five elements

The work of DAVID ZINK YI centres on the themes of creation, manifestation and identity construction. At the age of 16, the artist left his native Peru and travelled to Germany. Inspired by his experiences here, he began to examine the complex aspects of identity construction. His multidisciplinary approach includes installations from the areas of film, photography, sculpture, performance, ceramic and multichannel video.

Cephalopod motifs are constant fixtures in DAVID ZINK YI’s work. Using different materials, he creates life-size giant squid or octopi magnified several times over. Highly intelligent yet bearing no physical resemblance to humans, these creatures are seen as being diametrically opposed to our species and, for DAVID ZINK YI, epitomise all that is strange and alien.

JOHANNA REICH
Born in Minden, Germany, in 1977; lives and works in Cologne
Johanna Reich studied under Andreas Köpnick, Paul Isenrath and Guillaume Bijl at the Academy of Fine Arts Münster, under Gerd Roscher and Wim Wenders at Hamburg’s University of Fine Arts (HFBK Hamburg) and under Mischa Kuball, Jürgen Klauke and Matthias Müller at the Academy of Media Arts Cologne (KHM).

The Ethics of Coding – Famous Artworks censored by Facebook, 2011-2019,
Ink on paper, video

In her work, media artist JOHANNA REICH explores the relationship between reality, image and reproduction and examines the influence of new media on how we perceive things and on how we think and act. Her artistic approach includes video, media art, painting, sculpture and performance.

In her project “The Ethics of Coding – Famous Artworks censored by Facebook”, JOHANNA REICH examines the role of censorship in social networks. This throws up many questions about the ethics of coding: as social networks form our society, values such as transparency, data sovereignty and the understanding of underlying algorithmic procedures are indispensable.

In recent years, Facebook has censored countless classic artworks because they depicted nudes. This is because the algorithm originally designed to recognise pornography cannot tell the difference between pornographic, artistic and documentary depictions of nudity. As a result, artworks such as the Venus of Willendorf, paintings by Rubens, Courbet, Goya and Tizian or the statue of the Little Mermaid in Copenhagen are censored in the same way as child pornography. In her video performance, JOHANNA REICH produces ink drawings in which the censored parts of famous nudes in art history are marked.

RADENKO MILAK
Born in 1980 in Travnik, Bosnia
Radenko Milak studied at the University of Arts in Belgrade, Serbia. In 2014, the Kunsthalle Darmstadt exhibition hall held the first major individual exhibition of his works in Germany; in 2016, his works were displayed at the Bosnia and Herzegovina pavilion at the Venice Biennale.

Panel, 2019
Group consisting of individually framed watercolours

In his paintings and animated films – mostly watercolours with black pigment – RADENKO MILAK analyses the role of contemporary image production in the formation of our historical and cultural memory. The Bosnian artist’s painting work centres on questions relating to how visual elements are fixed and stored – both in personal memories and as presented in the media of film and photography.

The motifs grouped together here deal with the conquering of the world and space by man. After the initial observation stage (camera obscura, observatories) came the gradual conquest of airspace (airships, aeroplanes), before man ultimately ventured into space in the form of unmanned and manned space travel.

As a template for his black-and-white watercolours, RADENKO MILAK chose iconic shots such as Count Zeppelin’s flight over the pyramids of Giza (1931), the start of the unmanned test flight Mercury-Atlas 4 (1961) or the Avrocar “flying saucer” in the NASA Ames Research Center (1961). The series culminated in a selfie being taken on Mars by NASA’s Mars Rover on 23 January 2018.

MIRJAM BAKER
Born in Melk, Austria, in 1985; lives and works in Cologne
Mirjam Baker completed a Master of Arts in Animation at the Royal College of Art, London.

Staub, 2019
Short film on wall monitor

MIRJAM BAKER is an artist and film-maker. She has already won numerous awards for her animated films. Her new 13-minute film “Staub” is based on almost 200 pastel drawings. BAKER created the monochrome works with innovative, extra-fine pastel colours that permit exceptionally nuanced colour effects. The pastel drawings created in this way are astonishing in their density and spatial depth.

In the film sequence, these individual pictures are condensed into pulsating colour spaces that carry space and time relationships into a whole new dimension. This gives rise to a “colour film” in the truest sense of the word. Developed with bass flautist Angelika Sheridan, the soundtrack’s dynamic monotony ties in with the animated monochromy of these coloured areas.